Itzehoer Woche 2020 wegen Corona-Virus abgesagt

Itzehoer Woche 2020 wegen Corona-Virus abgesagt

Seit Dienstag Vormittag steht fest: Die Itzehoer Woche 2020 wird abgesagt. „Wir können leider keine andere Entscheidung treffen,“ sagt Lydia Keune, Geschäftsführerin des Itzehoer Stadtmanagements. Bei den Gründen für die Absage stehe die Sicherheit der Menschen im Vordergrund.

Keune: „Wir erwarten im Schnitt rd. 25.000 Menschen zur Itzehoer Woche, die dann natürlich auch eng in Kontakt sind.“ Dies gelte insbesondere für den großen Umzug, der in diesem Jahr zum 50. Durchlauf der Festwoche mit ca. 2.500 Menschen geplant war sowie für ein neues Sing-Ereignis mit 500 Menschen im Theater.

Auch wenn die Events erst für Anfang Juni angesetzt seien, gingen Experten derzeit nicht davon aus, dass die Infektionswelle bis dahin abgeebbt sei. „In China dauerte die gravierende Phase etwa drei Monate bei exponentiellem Verlauf. Wenn wir die Verlaufskurve durch angemessenes Verhalten flacher halten können, wird sie vermutlich auch länger dauern,“ folgert die Stadtmanagerin. So oder so liege die Itzehoer Woche im Risikozeitraum und da liessen sich Menschen im Vorfeld auch nur schwer motivieren, z.B. einen Flohmarktplatz zu buchen oder als Unternehmen ein Angebot für den Kindertag zu machen. „Wir haben auch die ersten Absagen für den Festumzug bekommen. Die Bürger sind verunsichert und deshalb erstmal zurückhaltend, was die persönliche Planung angeht.“

Risiken sieht Keune auch für die Stadtmanagement GmbH. „Wir werden durch die Absage jetzt schon einen Schaden von deutlich über 20.000 Euro erleiden.“ Dies ergebe sich aus Stornierungshonoraren für Bühnenbau, Bands etc. und entgehenden Einnahmen wie u.a. Sponsoring und Standgebühren. Würde man weiter zuwarten und die Veranstaltungen erst drei bis vier Wochen vorher absagen, ergäben sich mehr als doppelt so viele Einbußen. Das sei eine Dimension, die für ein kleines Unternehmen nur sehr schwer zu verkraften sei.

Keune sieht dennoch positiv in die Zukunft: „Wenn die Infektionswelle durch ist, würden wir gerne ein spontanes Fest organisieren und alle Bürgerinnen und Bürger der Region einladen, mit uns zu feiern.“ Denkbar sei auch, dass man den Flohmarkt im Herbst nachhole. Eine Entscheidung dazu könne es jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt geben.

Gez. Lydia Keune, 17. März 2020